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Muslime im Westen

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Woran denken Sie, wenn Sie mich sehen?

Die amerikanische Autorin und Beraterin ägyptischer Herkunft, Dalia Mogahed, berichtet in ihrem TED-Video über ihre persönlichen Erfahrungen als praktizierende Muslimin im Westen, über Vorurteile, und über die Solidarität in der Gesellschaft im Kampf gegen den Terrorismus.

 

Seit dem 11. September hat sich die öffentliche Wahrnehmung von Muslimen in der westlichen Welt deutlich verändert. Nicht selten werden Muslime direkt mit Terrorismus in Verbindung gebracht, das blosse Tragen eines Kopftuches genügt, um an den Sicherheitskontrollen an Flughäfen aufzufallen, wie Dalia Mogahed selbst erfuhr. Frau Mogahed sieht die Ursache für diese zurückhaltend vorsichtige, mitunter negative, Meinung in dem von der Presse geschaffenen Bild über Muslime. Dabei kennen die meisten Menschen in Amerika und Europa gar keinen Muslim persönlich.

 

Dalia Mogahed sieht sich selbst in erster Linie als Frau. Sie ist Mutter, liebt Kaffee, besitzt eine introvertierte Persönlichkeit und praktiziert viel Sport. Ihre Entscheidung, glaubende und praktizierende Muslimin zu sein, traf sie im Alter von 17 Jahren selbst. Als Feministin sah sie in ihrer spirituellen Verbindung zu Gott eine enge, tiefe Beziehung. Im Studium des Korans erkannte sie die Werte der Religion und die enge, tiefe Beziehung zu einem Gott, der sie mit all ihren Stärken und Schwächen als Mensch liebt.

 

Die Ingenieurin heiratete, bekam ein Kind und lebte mit ihrer Familie den ägyptisch-amerikanischen Traum. Bis die Anschläge vom 11. September 2001 geschahen. Sie verfolgte selbst die Anschläge in den Nachrichten und war tief schockiert. Nicht nur über die schrecklichen Anschläge an sich, sondern auch über die Art und Weise, wie das Fernsehen und die Presse darüber berichteten. Muslime und die Religion des Islam wurden ganz pauschal mit Terrorismus in Verbindung gebracht, Rufe nach der Bombardierung Mekkas kamen auf.

 

Aus einer integrierten Bürgerin wurde plötzlich eine Tatverdächtige. Zum ersten Mal fühlte sich Dalia Mogahed unwohl in der Öffentlichkeit, die sie als Muslimin erkannte. Die muslimische Gemeinschaft ihrerseits warnte ihre Mitglieder vor den Risiken, Ziel von Anschlägen und Attacken zu werden. Aus Angst blieb sie in den Tagen nach den Anschlägen zu Hause. Als auch vor Anschlägen auf Muslims am Freitag, dem Tag des Gebetes in der Moschee, gewarnt wurde, wollte Frau Mogahed zunächst der Vernunft nachgeben und auf den Besuch der Moschee verzichten. Dabei fühlte sie sich unwohl, denn sie selbst verspürte denselben Hass auf die Attentäter, wie er von Amerikanern christlichen Glaubens zum Ausdruck gebracht wurde.

 

Noch heute, 15 Jahre nach den Anschlägen, bestehen diese Vorurteile in der amerikanischen Gesellschaft gegenüber Muslims. Rufe, Moscheen zu schließen und Muslims aus Amerika zu vertreiben, ertönen weiterhin. Sind Muslime ein bösartiger Tumor und müssen entfernt werden oder sind sie ein gutartiger Tumor und brauchen lediglich beobachtet zu werden? Muslime, wie alle anderen Bürger Amerikas, sind kein Tumor in der Gesellschaft, sie sind ein lebenswichtiges Organ.  Muslime sind Erfinder, Lehrer und Hochleistungssportler.

 

Wird Amerika ohne Muslime sicherer? Dies verhindert nicht den Terrorismus. Wie der Polizeichef von Washington DC im Gespräch mit Dalia Mogahed bemerkte, werden Muslims nicht in der Moschee radikalisiert. Im Gegenteil, das Fernbleiben zur muslimischen Gesellschaft mit ihrem offenen Meinungsaustausch beim Gespräch in der Moschee ist gefährlich. Die Radikalisierung findet in abgeschlossenen Räumen am Computer statt.

 

Dalia Mogahed und ihre Familie entschlossen sich, trotz der Anfeindungen in Amerika zu bleiben und ihren Glauben weiterhin zu praktizieren. Bei den ersten Besuchen in der Moschee nach den Anschlägen waren sie positiv überrascht von der Tatsache, viel Beistand von Christen, Juden, Buddhisten und Atheisten zu erhalten. Die Solidarität unter den Menschen verschiedener Konfessionen ist weitaus größer, als das in den Medien gezeichnete Bild der Ausgrenzung. Die offene Kommunikation ist ein wesentlicher Bestandteil der westlichen Gesellschaft. Mut und Meinungsaustausch sind weit wichtiger für die Sicherheit, als Vorurteile, Panik und Hass.

Das komplette TED-Video können Sie hier sehen.

 

13 Mai, 16

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