Now loading.
Please wait.

menu

+41-(0)43 5368670

info@are-cons.com

Blogartikel

Die Weisheiten einer IT-Ikone, zu Gast in Zürich

posted in Business, Sin categoría by

Es ist immer eine Freude, Persönlichkeiten zu begegnen, die Herausragendes in der Geschäftswelt geleistet haben. Noch viel schöner ist es, wenn diese Persönlichkeit ganz offen und bereit ist, ihre Erfahrungen und tiefen Einsichten mit der Welt zu teilen.

 

Vor ein paar Tagen organisierte die Universität Zürich, gemeinsam mit Swiss Made, eine Diskussionsrunde, an der sowohl Uni-Angehörige als auch die breite Öffentlichkeit an der Runde teilnehmen konnte. Der Gast war kein Geringerer als der Mitgründer der indischen Firma Infosystem Technologies. Der Saal war voll von Studenten, Geschäftsleuten und interessierten Gästen.

 

Nachdem Professor Ralph Eichler von der ETHZ von seinen Erfahrungen mit der Firma, ihrer Gründung und seinem Besuch des Software Service Campus in Indien erzählt hatte, startete die mit Spannung erwartete Diskussionsrunde mit Narayana Murthy. Das Interview war lang und ich möchte Ihnen einige Highlights hier hervorheben.

 

Mitarbeiterengagement

 

Bei der Gründung der Firma war dem Unternehmensmanagern von vorne rein klar, dass die Mitarbeiter ihr wichtigstes Kapital in einem sehr harten und umkämpften Softwaregeschäft sein würden. Die Firmengründer haben alle Mitarbeiter, vom Pförtner bis zum Verwaltungsrat, zu Miteignern des Unternehmens gemacht. Dies gab jedem Mitarbeiter das Gefühl, dass die Firma ihm gehöre. Die Loyalität zur Firma, das Engagement der Mitarbeiter, die Innovationskraft bei allen Angestellten waren beispiellos. Nach sehr vielen erfolgreichen Jahren an der Börse hat die Firma sehr viele Multimillionäre hervorgebracht. Um die Mitarbeiter weiter auszubilden, hat das Unternehmen den ersten Softwareservice Campus eröffnet.

 

Schwierigste Entscheidung

 

Auf die Frage, welche die schwierigste Entscheidung in seinem Geschäftsleben war, erzählte Narayana Murthy eine spannende Geschichte über Unternehmensmanagement und strategisches Denken.

 

Im Jahre 1993 musste die Firma die Rahmenverträge mit den wichtigsten grossen globalen Softwareunternehmen (er nannte sie namentlich nicht) neu verhandeln. Diese Kunden wollten den Preis massiv drücken und die Firma hatte die Wahl, dem Druck der Grossunternehmen nachzugeben oder den Umsatz und den damit verbundenen Profit zu opfern. Der Anteil dieser Firmen am Unternehmensumsatz betrug damals 25 Prozent, beim Profit lag der Anteil bei 8 Prozent. Wenn das Management Zugeständnisse gemacht hätte, hätte dies für das Geschäft mit den übrigen Kunden fatale Folgen gehabt und die Mitarbeiter hätten grosse Einschnitte bei den Gehältern hinnehmen müssen. Das Management entschied sich dafür, den Umsatz von 25 Prozent zu opfern, um die Interessen der Firma und der Mitarbeiter zu wahren.

 

Das Geheimnis erfolgreichen Entrepreneurships

Differenzierung

 

Narayana Murthy wurde gefragt, was seiner Meinung nach die wichtigsten Faktoren für den Erfolg seiner Firma waren. Als erster Faktor erfolgreicher Entrepreneurships nannte Narayana Murthy die Differenzierung gegenüber anderen Anbietern Ihres Produkts. Wenn man in einem umkämpften Markt erfolgreich sein möchte, sollte man ein besseres Produkt anbieten als die Konkurrenz. Es sei sehr wichtig, die Differenzierungsmerkmale gegenüber ähnlichen Produkten hervorheben.

Marktfähigkeit

 

Als zweiter Faktor für den Geschäftserfolg nannte Narayana Murthy die Möglichkeit, ein Produkt vor einer grossen Lancierung im Markt im kleinen Rahmen zu testen. Dadurch bekommt man einen ersten Eindruck, wie der Markt auf das Produkt reagiert und welche Features für den Nutzer bzw. Endkunden am wichtigsten sind. Dies soll seiner Ansicht nach sehr schnell passieren, um schnell aus den möglichen Fehlern zu lernen und diese zu beheben.

Komplementäre Kompetenzen des Managements

 

In den meisten Startup-Unternehmen überwiegt häufig die Begeisterung für die Technik. Das ist auch berechtigt und verständlich, denn das Geschäft hat seinen Ursprung in der technischen Idee und ihrem Potenzial. Narayana Murthy rät jedoch dazu, die Themen Vertrieb und Marketing, Human Ressourcen und Finanzen nicht zu vernachlässigen; denn diese Bereiche sind entscheidend für den Erfolg des Geschäfts. Das Management muss eine gesunde Mischung aus all diesen Bereichen haben.

Wertesystem

 

Als letzten Punkt, aber nicht weniger wichtig, unterstrich Narayana Murthy die Notwendigkeit, sich an einem Wertesystem zu orientieren und zu halten, das das ganze Unternehmensgebilde zusammenhält. In seinen Ausführungen erzählte er, wie er bei der Firmengründung ein Salär erhielt, das zehnmal niedriger war als in seinem früheren Job. Dazu hat er noch viel Eigenkapital (mithilfe seiner Frau) in die Firma gesteckt. Um ruhigen Gewissens schlafen zu können, muss ein Verhältnis des absoluten Vertrauens zwischen den Gründungspartnern herrschen.

 

Im letzten Teil der Diskussionsrunde wurden Fragen aus dem Publikum beantwortet. Eine Studentin wollte wissen, was der Gast jungen Unternehmern in einer Zeit der schnellen Veränderungen mit auf den Weg geben würde.

Erfolg in einem dynamischen Markt

Innovation fördern

 

Viele Chefs verbinden Innovation mit Produkten, Prozessen oder Business-Modellen. Narayana Murthy geht einen Schritt weiter und rät, Innovation in der ganzen Organisation zu fördern, angefangen bei dem Pförtner an der Tür bis zum Verwaltungsrat der Firma. Dadurch wird Innovation zu jedermanns Aufgabe. Alle Bereiche des Unternehmens (Human Ressourcen, Finanzen, Betriebsprozesse, Technologie, Vertrieb, Marketing usw.) müssen Innovation beherzigen.

Schnelle Produktentwicklung

 

Genauso wichtig ist die Etablierung eines Prozesses, der eine schnelle Entwicklung von Produkten ermöglicht. Dies erlaubt der Firma, schnell aus den Fehlern zu lernen und einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz zu erlangen.

Umfeld der Exzellenz

 

Die Innovationsfähigkeit von einer Firma hängt viel mehr davon ab, ob das Management das dafür notwendige Umfeld schafft, so die Meinung von Narayana Murthy. Ein Vergütungssystem, das die Mitarbeiter bestraft, wenn sie Fehler machen, ist Gift für die Innovationskraft der Mitarbeiter. Wenn nur 5 Prozent der Ideen es bis zum Markterfolg schaffen, dann sollten Firmen mehr Fehler tolerieren. Sie sollten ihren Mitarbeitern mehr Möglichkeiten zum Experimentieren geben.

„Walk the Talk“

 

Das Beste kam zum Schluss. Narayana Murthy betonte in seinem letzten Punkt, wie wichtig es sei, dass eine Führungskraft oder ein Chef genau das vorlebt, was er predigt und von seinen Mitarbeitern fordert. Er formulierte es so eloquent: „Actions Are Louder Than Words“ (Taten sind viel lauter als Worte). Dies ist, seiner Meinung nach, die wichtigste Eigenschaft richtiger Führung; denn Mitarbeiter schauen jeden Tag zu Ihnen auf und sie beobachten ganz genau, was Sie sagen, was Sie tun und wie Sie es tun.

30 Nov, 18

about author

 

 

related posts

 

 

latest comments

There are 0 comment. on "Die Weisheiten einer IT-Ikone, zu Gast in Zürich"